
Lohnt sich Kibune? Was Besucher über den Schrein, den Weg über den Berg und die Jahreszeit sagen
Kibune ist ein Schreindorf in einem engen Flusstal in den Hügeln nördlich von Kyoto. Gleich hinter dem Bergrücken steht auf dem Berg Kurama der Tempel Kurama-dera, und ein Waldweg über den Berg verbindet die beiden Orte. Der Tempel selbst beschreibt diesen Übergang bis zum Kibune-Schrein als Route für ausdauernde Wanderer. Die Stimmen, die wir gesammelt haben, drehen sich meist um genau dieses Paar: den Schrein mit seiner von Laternen gesäumten Steintreppe, den Tempel auf dem Berg und den Weg dazwischen.
Die gesammelten Stimmen beantworten die Frage mit Ja. Von den 45 Stimmen internationaler Reisender handeln 29 von der Wanderung, und ihre Zweifel sind praktischer Natur: wie anstrengend sie ist, in welche Richtung man geht und wie lange es dauert. Die japanischen Bewertungen beziehen sich auf beide Orte, den Kibune-Schrein und den Kurama-dera. Wo darin Kritik auftaucht, betrifft sie den Andrang, den Aufstieg und die schmale Straße ins Tal.
Alle Stimmen stammen von Menschen, die selbst dort waren, und sind danach sortiert, wie ihr Tag verlaufen ist. Zuerst kommen die internationalen Besucher.
Danach folgen die japanischen Besucher mit ihren eigenen Bewertungen des Schreins und des Tempels.
Was hinter den Balken steckt
Der rote Balken auf der internationalen Seite besteht aus einer einzigen Stimme, und auch sie handelt von der Wanderung. In einem Tripadvisor-Forumsthread über Kibune schrieb jemand, der den Weg ein paar Tage zuvor gegangen war: „Ehrlich gesagt war ich ein bisschen enttäuscht. Kibune ist ein nettes kleines Städtchen, und der Kuramadera-Tempel ist auch schön, aber die Wanderung selbst finde ich nicht besonders reizvoll. Hauptsächlich Treppen.“
Im mittleren Balken stehen 17 Stimmen. Davon drehen sich 15 um die Wanderung und ihre Planung: in welche Richtung, wie steil, ob man allein gehen sollte, wie lange es dauert und wie sich Schnee auf den Pfad auswirkt. Die beiden übrigen betreffen die Restaurants am Fluss. Eine davon stammt aus einer weiteren Antwort im selben Forumsthread: Die Lokale seien „im Allgemeinen überteuert für das, was sie bieten, besonders Nagashi Somen“. Gemeint sind kalte Nudeln, die in fließendem Wasser durch eine Bambusrinne gleiten. Zum Schrein schreibt dieselbe Person: „Wenn du von Kurama nach Kibune wanderst, lohnt es sich, würde ich sagen, aber nicht wegen Kibune allein. Torii und Steintreppe sehen auf Fotos zwar toll aus, viel mehr gibt es am Schrein aber nicht. Der Kurama-Tempel ist viel beeindruckender.“
Auf der japanischen Seite fällt das Urteil positiver aus. Froh über den Besuch sind 67 %, und die meisten Zweifel stehen im mittleren Balken, nicht im roten. Dort geht es um steile Treppen und den Aufstieg zum Kurama-dera, um den Andrang, die schmale Straße und die Preise für das Essen am Fluss. Jemand schreibt auf Jalan über den Kurama-dera, dass einem die mehr als 100 Steinstufen ganz schön zusetzen, und über die Haupthalle oben: „Die recht neu wirkende, große Haupthalle sieht wegen ihres niedrigen Firsts nicht besonders prächtig aus, und ich war ein wenig ernüchtert.“ In derselben Bewertung steht aber auch: „Vom Niomon bis zur Haupthalle sind es gut 150 Meter Höhenunterschied auf etwa einem Kilometer, aber diesmal habe ich samt den Gebeten unterwegs 35 Minuten gebraucht. Der Berg war leichter als gedacht.“
Der rote Balken umfasst drei Bewertungen. In einer geht es um einen Samstag mit starkem Regen auf engen Straßen, in einer anderen um eine Schlange von etwa 30 Minuten bis zur Gebetshalle. Die dritte stammt von jemandem, der die Treppe hinaufstieg, oben eine große Menge vor sich sah, die auf das Gebet wartete, und deshalb auf das Anstehen verzichtete, zum heiligen Baum hin betete und sich auf den Heimweg machte.
Was den zufriedenen Besuchern gefallen hat
Im Sommer ist es im Tal kühler als in der Stadt, und die Restaurants am Fluss bauen Kawadoko auf, Plattformen zum Essen direkt über dem Bach. „Gut ist auch, dass es kühler ist als in der Stadt“, heißt es in einer Bewertung auf Jalan. In einer anderen geht es um einen Tag, an dem unten in der Stadt eine Hitze von fast 40 °C herrschte, und um die Abkühlung in einem Gasthaus in Kibune, das Essen auf dem Kawadoko serviert: „Eine herrlich kühle Stimmung, in der man die Jahreszeit richtig spürte!“ Wieder jemand anderes kam am Abend an, aß auf einem kühlen Kawadoko ein Kaiseki-Menü und schreibt: „Es war ein Tag mit über 30 Grad, aber mir war so kalt, dass ich mir sogar eine Jacke geliehen habe.“
Im Winter kann Schnee auf die zinnoberroten Laternen fallen. „Kibune im Schnee zu sehen, war wirklich ein Glück und hat mich sehr gefreut“, schrieb jemand in einem taiwanischen Reiseforum. In einem anderen Beitrag aus einem taiwanischen Reiseforum geht es um den Weg vom Bahnhof Kurama über den Berg, während der Schnee immer dichter fiel. Nach fast 2,5 Stunden war das Westtor des Kurama-dera auf der Kibune-Seite erreicht: „Als ich hier ankam, hätte ich vor Rührung fast geweint. Endlich hatte die Hölle des Abstiegs ein Ende.“ Die Person möchte wiederkommen und sich beim nächsten Mal die Goshuin holen, die Stempel des Kurama-dera und des Kibune-Schreins. Zum Ahornlaub im Herbst findest du mehr im Artikel zur Laubfärbung in Japan. In sechs japanischen Bewertungen kommt eine abendliche Beleuchtung vor (zwei davon schrieb dieselbe Person). Drei beziehen sich auf den Sommer, zwei auf den Herbst, und bei einer fehlt die Jahreszeit. Zum Tanabata-Fest beleuchtet der Kibune-Schrein Bambuszweige mit Wunschzetteln aus Papier, 2026 vom 1. Juli bis zum 15. August, jeweils von Sonnenuntergang bis 20:00 Uhr.
Der Kibune-Schrein, offiziell Kifune gelesen, ist dem Gott des Wassers geweiht. Zu einem Besuch gehören drei Schreine: der Hauptschrein, der Yui-no-yashiro als mittlerer Schrein und der Okumiya als innerer Schrein. Beim Wasserorakel bekommst du einen Papierstreifen, dessen Schrift erst erscheint, wenn du ihn im Quellwasser des Schreins schwimmen lässt. Das Orakel kommt in 12 der 150 japanischen Bewertungen vor. In einer internationalen Bewertung auf Tripadvisor wird Kibune als Ausflug für einen halben Tag beschrieben, bei dem es vor allem um die Ruhe geht. Sehenswürdigkeiten im eigentlichen Sinn gebe es keine, dafür mehrere Orte für eine Erfrischung, von denen viele nur im Sommer geöffnet hätten.
Was die sagen, die über den Berg gewandert sind
Von den 27 internationalen Stimmen, die den Besuch lohnend fanden, stammen 13 von Leuten, die über den Berg zwischen dem Kurama-dera und Kibune gewandert sind. Der Pfad führt durch Wald, und über den Boden ziehen sich Baumwurzeln. In einer taiwanischen Forumsdiskussion über die Wanderung lautet eine Antwort: „Sehr anstrengend, aber es lohnt sich.“ Jemand anderes antwortete im selben Thread: „Ich bin auch von Kibune nach Kurama gelaufen. Unterwegs war es eigentlich ein bisschen anstrengend (es war ja Sommer), aber es hat sich total gelohnt, und die Landschaft am Weg ist wunderschön.“
Auf Jalan schreibt jemand, der zum ersten Mal im Kurama-dera war und zum ersten Mal nach Kibune hinübergegangen ist: „Der Aufstieg war sehr anstrengend, aber … beim Abstieg kam so etwas wie ein Runner’s High, und es fühlte sich gut an.“ Über die Ankunft heißt es: „Als ich am Kibune-Schrein ankam, war ich ein wenig gerührt. Es war ein heißer Sommertag, trotzdem war es ein sehr angenehmes Erlebnis.“ Wenn du gern für Wanderungen wie diese reist, schau dir auch die alte Poststraße Nakasendo zwischen Magome und Tsumago an.
Unter den internationalen Wanderern geben 21 an, in welche Richtung sie gegangen sind. Von Kurama nach Kibune liefen 15, von Kibune nach Kurama 7, und eine Person ist beide Richtungen gegangen. „Die meisten gehen von Kurama nach Kibune, und unterwegs geht es nur bergab“, heißt es in einer Antwort in einem taiwanischen Reiseforum. Allerdings geht es auch in dieser Richtung zuerst bergauf, vom Tor bis zur Haupthalle. Der Kurama-dera gibt für seine Route für ausdauernde Wanderer vom Tor bis zur Haupthalle etwa 25 Minuten an, von dort über den Bergrücken bis zur Maoden-Halle 30 Minuten und dann 20 Minuten hinunter zum Kibune-Schrein.
Von den Forumsmitgliedern, die von Kibune nach Kurama gegangen sind und beschreiben, wie es sich anfühlte, kamen drei gut zurecht. Eine Person fand es etwas anstrengend, aber lohnend, und bei einer weiteren hätten die Beine fast nicht mehr mitgemacht. Auf Jalan warnt jemand: „Die umgekehrte Route ist ziemlich hart, es sei denn, man hat Vertrauen in die eigene Kondition.“ In einer weiteren japanischen Bewertung wird diese Richtung nicht empfohlen.
Kibune so erleben, dass sich alle freuen
Das Niomon, das Tor des Kurama-dera, liegt drei Minuten zu Fuß vom Bahnhof Kurama entfernt. Vom Tor bis zur Haupthalle brauchst du nach den Angaben des Tempels zu Fuß 25 bis 30 Minuten. Für einen Teil der Strecke gibt es auch eine kurze Seilbahn, die für Erwachsene ¥200 pro einfache Fahrt kostet. Der Tempel versteht diesen Betrag als Spende und nicht als Fahrpreis. Außerdem zahlen Besucher ¥500 als Beitrag zur Pflege des Berges. Wer zügig geht, braucht nach den Berichten von Wanderern von der Haupthalle bis zum Kibune-Schrein etwa eine Stunde. Ab dem Tempeltor waren es bei anderen anderthalb bis zwei Stunden, im Schnee über zwei Stunden. Gute Wanderschuhe erleichtern den Weg. Ein Forumsmitglied rutschte an einem Morgen mit Nieselregen auf dem glatten Boden immer wieder aus und fiel hin. Die Person von Jalan, die vor der umgekehrten Route gewarnt hat, ging im Schnee über den Berg und schreibt: „Es war eine traumhafte Landschaft.“ Gleich danach hält sie fest: „Wasserdichte Schuhe sind ein Muss.“
Vieles an diesem Tag hängt von der Jahreszeit ab. Die Kawadoko-Saison dauert ungefähr vom 1. Mai bis zum 30. September, je nach Restaurant mit Abweichungen. Im Winter war der Weg für drei Forumsmitglieder schwieriger, oder er machte ihnen mehr Sorgen. Jemand, der in der Kälte dort war, schrieb in zwei getrennten Bewertungen, dass Frühling oder Herbst besser gewesen wären.
In sechs Stimmen wird das Essen am Fluss als teuer beschrieben. Nach einem Besuch Anfang Juni schrieb jemand in einer Tripadvisor-Bewertung des Schreins über die Lokale: „Viele dieser Lokale verlangen ziemliche Wucherpreise und sind es nicht wert.“ Eine andere Person ging wegen der Preise an den Restaurants vorbei. In einer Bewertung heißt es, manche Restaurants nähmen nur Gäste mit Reservierung, und kein Schild weise darauf hin. Laut einer weiteren Bewertung servieren manche Kawadoko auch nur Tee, bei einer Sitzgebühr von etwa ¥500. So kannst du auch ohne großes Menü entspannt über dem Wasser sitzen.
Der Eintritt zum Kibune-Schrein ist frei, und von Mai bis November öffnet er um 6:00 Uhr. In sechs japanischen Bewertungen des Schreins hängt der Andrang mit Wochenenden, Feiertagen oder der Tagesmitte zusammen. In einer davon war es ein Samstag, an dem alle Restaurants am Fluss und auch der Parkplatz voll waren. Dazu kommt die schon erwähnte Bewertung mit etwa 30 Minuten Anstehen bis zur Gebetshalle. Früh am Morgen war es in drei Bewertungen ruhig. Eine davon stammt von jemandem, der in einem Gasthaus in der Nähe übernachtet hatte und vor dem Frühstück kam, als nur wenige Leute dort waren, um das heilige Wasser zu schöpfen. In einer vierten Bewertung war dagegen schon am frühen Morgen viel los. Die schmale Straße, die das Tal hinaufführt, kommt in 13 der 150 japanischen Bewertungen vor. An manchen Stellen können zwei Autos nicht aneinander vorbeifahren, und in fünf Bewertungen wird statt des Autos zu öffentlichen Verkehrsmitteln geraten. Mit der Eizan-Bahn fährst du bis zum Bahnhof Kibuneguchi, steigst dort in den Kyoto-Bus Nr. 33 bis zur Haltestelle Kibune und gehst das letzte kurze Stück zu Fuß. Vom Bahnhof aus kannst du die Strecke auch in etwa 30 Minuten laufen. Ein Forumsmitglied weist darauf hin, dass es an dieser Straße keinen Gehweg gibt und man auf Autos achten muss.
Ein Forumsmitglied kam unterwegs an Schildern vorbei, die vor Bären warnen. Die Person schrieb, allein zu gehen sei nicht ratsam, und ging den Weg trotzdem allein. Die Präfektur Kyoto rät, in den Bergen und in ihrer Nähe etwas dabeizuhaben, das Geräusche macht, etwa eine Glocke oder ein Radio, morgens und abends besonders aufmerksam zu sein und möglichst nicht allein unterwegs zu sein. Die Haupthalle des Kurama-dera ist von 9:00 bis 16:15 Uhr geöffnet, und die letzte Seilbahn nach unten fährt den größten Teil des Jahres um 16:25 Uhr. Wenn du den Übergang in die Mitte des Tages legst, bist du also innerhalb der Öffnungszeiten des Tempels unterwegs und zugleich außerhalb der Morgen- und Abendstunden, von denen die Präfektur spricht.
Lohnt sich Kibune also?
Nach diesen Stimmen ja. In 27 der 45 internationalen Stimmen (60 %) wird der Ausflug als lohnend beschrieben, und 13 dieser 27 stammen von Leuten, die zwischen dem Kurama-dera und Kibune gewandert sind. Die einzige enttäuschte internationale Stimme betraf genau diese Wanderung: Für sie bestand der Weg vor allem aus Treppen. In 100 der 150 japanischen Bewertungen (67 %) schreiben die Leute, dass sie froh über den Besuch sind, und wo Zweifel bleiben, geht es um die Treppen, den Andrang, die Preise und die Straße ins Tal. Gut gelingt der Tag, wenn du früh am Morgen oder an einem Wochentag kommst, Richtung und Schuhe für die Wanderung mit Bedacht wählst und die Jahreszeit nach dem aussuchst, was du erleben möchtest: Kawadoko im Sommer, Ahornlaub im Herbst oder Schnee im Winter.
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Quellen
- Kifune-Schrein: Offizielle Website (Japanisch): Hauptschrein von 6:00 bis 20:00 Uhr geöffnet (1. Mai bis 30. November, einschließlich Wasserorakel), Eintritt frei, Besuch der drei Schreine (Hongu, Yui-no-yashiro, Okumiya), Wasserorakel, Tanabata-Beleuchtung vom 1. Juli bis 15. August 2026 von Sonnenuntergang bis 20:00 Uhr, Anfahrt mit der Eizan-Bahn bis Kibuneguchi und dem Kyoto-Bus 33 bis „Kibune“, von dort etwa 5 Minuten zu Fuß, ab Kibuneguchi etwa 30 Minuten (2 km) zu Fuß
- Kurama-dera: Besuchsinformationen (Japanisch): Beitrag zur Pflege des Berges (Aizan-hi) von ¥500 seit dem 1. April 2023, Spende für die Seilbahn von ¥200 pro einfache Fahrt für Erwachsene (¥100 für Kinder im Grundschulalter und jünger), Museum Reihoden
- Kurama-dera: Offizielle Website, Startseite (Japanisch): etwa 30 Minuten zu Fuß vom Tor bis zur Haupthalle, Haupthalle von 9:00 bis 16:15 Uhr geöffnet, Seilbahn von 8:40 Uhr (erste Fahrt bergauf) bis 16:25 Uhr (letzte Fahrt bergab)
- Kurama-dera: Anfahrt (Japanisch): 3 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Kurama bis zum Tor, Route für ausdauernde Wanderer vom Tor 5 Minuten bis zum Yuki-Schrein, 20 Minuten bis zur Haupthalle, 30 Minuten bis zum Maoden und 20 Minuten bis zum Kifune-Schrein, letzte Seilbahn bergab um 16:25 Uhr (Januar bis Mai und September bis Dezember)
- Tourismusverband der Stadt Kyoto: Kibune Kawadoko (Japanisch): Kawadoko-Saison vom 1. Mai bis 30. September 2026 (je nach Restaurant unterschiedlich)
- Präfektur Kyoto: Über Kragenbären (Japanisch): in und nahe den Bergen eine Glocke oder ein Radio mitnehmen, morgens und abends besonders vorsichtig sein, möglichst nicht allein gehen
- Japanische Fremdenverkehrszentrale (JNTO): Kifune-jinja Shrine (Englisch): Überblick über den Schrein und das Tal von Kibune
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